Pressebild: Whitechapel

Whitechapel haben vor wenigen Wochen ihr neues Album Kin auf den Markt gebracht.

Wir hatten die Gelegenheit mit Ben Savage, seines Zeichens Gitarrist von Whitechapel, ein paar Worte zu wechseln.

Was er über das neue Album, Corona und vieles weitere zu sagen hat, könnt ihr nun nachlesen.

Euer Album „Kin“ erscheint bald, bist du aufgeregt?

Auf jeden Fall. Wir haben letztes Jahr angefangen, das Album aufzunehmen und sind Anfang des Jahres endlich damit fertig geworden. Es hat einfach eine Weile gedauert, Songs zu veröffentlichen und das Album zu produzieren. Also ja, es ist aufregend!

Wie war der Songwriting Prozess?

Wir hatten sehr viele verschiedene Ideen und auch verschiedene Konzepte im Kopf.  Aber wir haben ein größeres, musikalisches Spektrum entwickelt und das macht es interessanter zu hören.

Was war die Hauptidee hinter „Kin“?

Das Konzept des Albums stand noch nicht richtig fest, als wir fertig waren mit dem Songwriting. Aber wir wussten, dass wir die Geschichte von „The Valley“ weiter erzählen wollen. Der erste Song, den wir geschrieben haben, war „I Will Find You“, also quasi der direkte Nachfolger von „Doom Woods“, dem letzten Song auf „The Valley“. Nachdem wir diesen Song verfasst haben, hat sich der Rest wie von selbst ergeben. Es ist eine Geschichte, die von Anfang bis Ende erzählt wird. „The Valley“ bestand eher aus mehreren Kurzgeschichten, während „Kin“ eine zusammenhängende Geschichte bildet.

Man kann eindeutig den roten Faden auf dem Album erkennen, doch die wechselnden musikalischen Einflüsse sind unverkennbar. Wie kam es dazu?

Wir haben sehr viel von unserem vergangen Alben mitgenommen und auf der neuen Platte angewandt. Trotzdem wollten wir etwas Neues schaffen.

Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet?

Wir haben im Mai 2020 angefangen, haben 5 Monate für die Ideen gebraucht und dann noch einmal 4 Monate, um das Ganze aufzunehmen. Des Weiteren brauchten wir noch einen Monat für das Artwork.

Es sind recht viele Clean Vocals auf dem Album, war das geplant?

Wir wollten auf dem Album etwas dramatischer klingen – wie eine Art „Rock-Oper“.  Deswegen kam es dazu, dass wir mehr Clean Vocals auf dieser Platte haben.

Ohne unverschämt klingen zu wollen, aber ich kann eine leichte Country-Note auf dem Album erkennen. War das beabsichtigt?

Weißt du, wir sind alle aus Nashville, Knoxville etc. – Country Musik hat uns sehr beeinflusst, viele großartige Gitarristen kommen aus der Gegend. Deswegen der Einfluss.

Wie hat Corona all das beeinflusst?

Wir haben natürlich alle unsere sozialen Kontakte eingeschränkt. Wir haben uns auf die Platte konzentriert und auf unsere Familie. Das war das Höchste, was man zu der Zeit tun konnte.

Was ist dein Lieblingssong des Albums?

„I Will Find You“ und „History Is Silent“. Sie fangen am besten die Dramatik ein, die auf dem Album geplant war.

Während die Anfänge von Whitechapel noch dem Deathcore zuzuordnen waren, hat sich das im Laufe der Jahre deutlich gewandelt. In welches Genre würdet ihr euch mittlerweile selber einordnen?

Am ehesten würde uns Alternative Death Metal beschreiben. Wir haben versucht sehr viel Abwechslung in die neuen Songs zu bringen.

Deine Frau hat das Artwork für das Album gemalt. Kannst du uns etwas darüber erzählen?

Wir hatten das Album schon fertig und haben nach einem Cover gesucht, jedoch hat nichts so richtig die Stimmung des Albums eingefangen.  Wir hatten ein Bild im Kopf und sie hat es perfekt umgesetzt.  Es hat über einen Monat gedauert das Cover zu malen, es besteht aus tausenden kleinen Punkten.  Es steckt wirklich sehr viel Arbeit in dem Cover.

Ich sehe eine Ähnlichkeit zwischen dem Cover von „The Valley“ und „Kin“. War das Absicht?

Ja, das war Absicht.  Auf dem „Kin“ Cover sieht man zwei Gestalten die aus einer Schlucht (Valley) heraussteigen. Sie kämpfen quasi das ganze Album lang gegeneinander, Gut gegen Böse. Wenn man das Cover auf den Kopf stellt, erkennt man einen Dämon, der die Dunkelheit darstellt, die Phil aus dem „Valley“ folgt. Die Punkte auf dem Album wirken zusammen als Ganzes, jedoch sind sie voneinander gespalten. Sie stellen den Verlauf einer psychischen Erkrankung dar.

Wer hatte die Idee für das Cover?

Wir haben sehr viele Ideen in den Raum geworfen und haben uns letzten Endes auf dieses Cover geeinigt. Wir wollten uns erst einig sein, welches Cover wir wollen, bevor meine Frau die ganze Arbeit hinein steckt.

In Amerika gehen wieder Konzerte und Festivals los. Was ist bei euch geplant?

Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall ein paar Gigs spielen. Die Daten werden bald veröffentlicht. Europa ist leider noch nicht geplant, vielleicht Ende des Jahres. Aber noch ist nichts bestätigt.

Livestreams waren nie eine Option für euch?

Wir haben definitiv darüber gesprochen, aber haben einfach keine guten Videographen gefunden. Und da wir sehr fokussiert auf das Album waren, haben wir diese Idee sehr schnell wieder verworfen.

Ben vielen Dank für deine Zeit!

Autor: Maik

Tracklist:

1. I Will Find You
2. Lost Boy
3. A Bloodsoaked Symphony
4. Anticure
5. The Ones That Made Us
6. History is Silent
7. To The Wolves
8. Orphan
9. Without You
10. Without Us
11. Kin