Die deutsche Deathcore-Band Mental Cruelty kehrt mit einem furchterregenden neuen Album, welches den Namen „A Hill To Die Upon“ trägt und am 28. Mai 2021 über ihr Label Unique Leader Records erscheinen wird, zurück. Im Jahre 2016 gründete sich die Band in Karlsruhe und etablierte sich nicht nur in Deutschland zu einer der beliebtesten „Underground“-Deathcore-Bands. Bekannt geworden sind sie bisher mit ihrer Brutalität und dem Gedanken bei einer Live-Show alles in Schutt und Asche zu legen. Was mit angehauchten Slam-Death-Metal Allüren auch bisher wirklich gut funktioniert hat. Auf den beiden bisher veröffentlichten Alben „Purgatorium“ (2018) und „Inferis“ (2019) ließen die Jungs keinen Stein auf dem anderen und verblüfften häufig mit blastbeatartigen Drums, den dunkelsten der dunklen Breakdowns und dem tiefen Gegrowle von Vocalist Lucca Schmerler. Wobei man auf dem letzten Longplayer „Inferis“ auch die Liebe zu orchestralen Samples für sich gefunden hatte.

Im Interview verriet uns Lucca dann den genauen Hintergrund bezüglich des doch eher unerwarteten Wechsels zum Blackened Deathcore.

Doch bevor wir in die Track-by-Track Review gehen, können wir mit einem zwinkernden Auge verraten, dass die Band diesen Schritt zwar wagemutig gemacht hat, jedoch ist dieser Schritt absolut vertretbar und vor allem aber hat er sich gelohnt.

Den Opener macht das Intro „Avgang“. Bereits in diesem kurzen, aber prägnantem Intro erwartet uns schon die Tiefe und Schwere des ursprünglichen Black Metal. Die Jungs greifen hierbei auf eine Akustik-Gitarre zurück, was das Ganze zum perfekten Einstieg in das Album macht.

Danach folgt der erste „richtige“ Track: „Ultima Hyprocita“! Der Song war die erste Single-Auskopplung aus dem neuen Material der Karlsruher. Und ganz ehrlich: unsere Münder konnten wir den ganzen Track lang nicht mehr schließen! Denn bereits hier stellt man klar, in welche Richtung sich das ganze Album entwickelt. Ein rasanter Blastbeat wird gepaart mit einem epischen Sample eines Orchesters, ganz so wie man sich wohl Blackened Deathcore  à la Lorna Shore auch vorstellen könnte. Das soll jetzt bloß nicht heißen, dass Mental Cruelty einfach nur abkupfern, aber es geht schon in eine ähnliche Richtung wie bei den US-Amerikanern. Das Gitarrensolo zum Ende hin zeigt dann eine weitere neue Seite. Auch damit hätte man im Vergleich zu den alten LPs wohl kaum rechnen können. Dafür gibt es schon mal beide Daumen nach oben!

Der Nachfolger „Abadon“, Track Nummer 3 auf dem Album, ist einer der Lieblingstracks von Lucca (so verriet er uns im Interview). Hierbei rückt der alte Charakter der Band wieder mehr in den Fokus. Der Slam ist durchaus zu hören, wird aber gerade durch die orchestralischen Samples wieder auf ein höheres Niveau gehoben. Auch die Vocals von Lucca sind unheimlich anspruchsvoll, wenn ihr uns fragt.

Mit „King Ov Fire“ geht es weiter und auch dieser Track konnte bereits im Vorfeld gehört werden. Hierfür ließen sich Mental Cruelty ebenfalls nicht lumpen und präsentierten uns ein Musikvideo. Der Track legt direkt richtig los und auch hier sind wieder knallharten Blastbeats gepaart mit symphonischen Arrangements zu hören. Drummer Danny Straßer können wir gerade in diesem Track besonders hervorheben. Er hat auf dem ganzen Album hervorragende Leistungen gebracht. Und wieder gibt es ein Gitarrensolo! Wir wünschen uns durchaus mehr davon, denn die beiden Jungs an den Gitarren Marvin Kessler und Nahuel Lozano beweisen wahre Größe, bei jedem Solo auf dem Album.

Auf „Eternal Eclipse“ sticht der Beginn enorm heraus. Doch auch der Mittelteil weiß mit den Gutturals von Lucca unheimlich zu gefallen. Der Einsatz der orchestralischen Synthies ist auch in diesem Song einfach nur fabelhaft und beweist vor allem, wie gut man sich mit der Materie des Black-Metal auseinander gesetzt hat.

Weiter geht es mit  „Death Worship“. Hier geht es wieder „back to the roots“ und wir bekommen den Slamming Deathcore, den wir von den Jungs aus Karlsruhe gewohnt sind. Die Nummer überzeugt mit einem aggressiven, groovigen Tempo und prügelt sich quasi von Anfang an durch jede Passage. Das Finale wird noch mal mit einem explosiven Breakdown und einem mehr als starken Shoutpart von  Lucca untermalt. Für uns persönlich eines der Highlights auf dem Album und wir freuen uns schon diesen Track live zu hören!

Danach wird es mit „Fossenbrate“ sehr ruhig und wir hören leise Wasserquellen die durch ein Tal fliesen. Dabei sind im Hintergund Krähen und Eulen die von einer Akustikgitarre begleitet werden. Das ganze Paket wirkt sehr unheilvoll und könnte sich in einem Horrorfilm sehr gut wieder finden. Hier muss ich direkt an das Albumcover denken und stelle mir vor, wie die Jungs in Norwegen diesen Part aufgenommen haben. Klasse!

Die Ruhe ist jedoch nicht von langer Dauer, denn nach knapp 2 Minuten ist die Nummer vorbei und wir landen beim Titeltrack „A Hill To Die Upon“.

Mit einem fetten Blastbeatgewitter à la „Black Metal Manier“ wird der Track eingeleitet. Symphonische Klänge unterstützen den epischen Aufbau des Tracks und bleiben während der Nummer komplett erhalten. Mit einem beeindruckenden Gitarren-Solo im Mittelpart wird die musikalische Qualität der Jungs besonders deutlich. Das Ende geht  dann wieder in die slamming Deathcore Richtung und darf mit einem diabolischen Breakdown enden.
Viele dürften den Track bereits kennen da er als zweite Single veröffentlicht wurde. Hier müssen wir sagen, dass der Übergang von „Fossenbrate“ zu „A Hill To Die Upon“ etwas fließender (Wasserquellen, fließend)  hätte sein können.
Soll aber nicht heißen dass, der Titeltrack nicht überzeugen kann, ganz im Gegenteil.

Weiter geht es mit Track Nr.9 „Extermination Campaign“ 
Hier ergründen die Musiker endgültig neue Gefilde, denn dieser Track geht für uns fast komplett in die Black Metal Richtung.
Sind die Jungs innerhalb der oberen Songs der Tracklist noch teilweise zwischen slamming Deathcore und Black Metal fließend übergegangen, so bleiben sie bei „Extermination Campaign“ komplett im Black Metal. An dieser Stelle muss man einfach die gute Gitarren,- und Schlagzeugarbeit hervorheben.

Zum Schluss folgt der letzte und längste Song des Albums „The Left Hand Path“.
Hier haben sich die Karlsruher selber übertroffen, denn dieser Song ist so episch, dass es sich kaum in Worte fassen lässt.
Mit einer länge von über 7 Minuten wird man hier durch einen gewaltigen Song getragen. Die Symphonie harmoniert extrem gut mit den starken Shouts von Lucca und wird wieder von fetten Blastbeats unterstützt. Der Mittelpart wird mit einem Chor und weiteren orchestralen Parts aufgewertet, nur um dann von der Band in einen fetten Breakdown umgewandelt zu werden. Gegen Ende befinden wir uns wieder im Black Metal und die Gitarrenkunst kann ihren vollen Lauf nehmen. Der Song endet genau so episch wie er begonnen hat und schließt somit das Kapitel von „A Hill To Die Upon“. 

Fazit:

Mental Cruetly haben mit „A Hill To Die Upon“ für uns die Messlatte zum Album des Jahres schon mal sehr hochgelegt.
Der Schritt vom slamming Deathcore zum blackened Deathcore war eine sehr gute Entscheidung, denn dieses Genre steht den Jungs extrem gut. Trotzdem haben Sie ihre Wurzeln nicht vergessen und springen innerhalb ihrer Songs gerne von Genre zu Genre. Das Rad wird zwar nicht neu erfunden, aber dennoch bietet das Album durch die verschiedenen Genreeinlüsse sehr viel Abwechslung und Freude beim hören. Klar kann man hier Vergleiche zu Genrekollegen wie Lorna Shore oder Shadow Of Intent ziehen, trotzdem schaffen es Mental Cruelty ihre eigene persönliche Note in den Longplayer zu bringen und wirken auf keinen Fall wie ein Rip-Off der besagten Bands.
Die symphonischen/ orchestralen Parts in den Songs wurden sehr gut eingebaut und wirken nicht übertrieben oder unnatürlich. Musikalisch wird hier einiges geboten, sowohl die Gitarren,- als auch die Schlagzeugarbeit verdienen ein großes Lob.  Shouter Lucca war auf dem Vorgänger „Inferis“ schon ein Biest, doch auf diesem Album hat er sich selber übertroffen. Mit Tracks wie „Ultima Hypocrita“, „Death Worship“ oder z.B „The Left Hand Path“ zeigt die deutsche Deathcore-Band ihre Vielseitigkeit und wir freuen uns schon diese Songs live zu erleben!

Alles in Allem stimmt das Konzept von „A Hill To Die Upon“ sehr und wir freuen uns auf das, was noch so von der Truppe kommen mag.

Wertung: 9,5/10

Autoren: Seb & Maik

Tracklist:

  1. Avgang
  2. Ultima Hypocratica
  3. Abadon
  4. King Ov Fire
  5. Eternal Eclipse
  6. Death Worship
  7. Fossenbrate
  8. A Hill To Die Upon
  9. Extermination Campaign
  10. The Left Hand Path

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