Die französische Metalcoreband Resolve veröffentlicht ihren allerersten Longplayer mit dem schönen Titel „Between Me And The Machine“. Bislang arbeitete sich die Band seit ihrer Gründung 2016 lediglich an drei EPs ab. Somit ist das heute erschienene Debütalbum nach „Rêverie“ (2017), „Stripped Down Sessions“ (2018) und „Pendulum“ (2019) im Grunde genommen das erste wirklich ernstzunehmende Werk der Band. Die Band beschrieb diesen persönlichen Meilenstein auf ihren Social-Media Seiten so:

„The most important week of our lives is here.“

Die Nervosität und die Anspannung sind natürlich nachvollziehbar, allerdings müssen sich Resolve nicht unter Druck setzten und vor allem können sie nach den heftigen Single-Releases in den vergangen Wochen nur gewinnen. Außerdem ist jetzt schon offensichtlich, dass sich die Band nicht vor ihren französischen Kollegen, wie „Landmvrks“, „Novelists“, „Betraying The Martyrs“, „Rise Of The Northstar“ oder „Glassbone“ verstecken müssen.

Tracklist:

  1. Beautiful Hell
  2. Seasick Sailor
  3. Sing Me To Sleep
  4. D.G.G.R.S
  5. Fifteen Roses
  6. Emerald Skies
  7. With Love
  8. Cycles
  9. Surrender
  10. Between Me And The Machine
  11. Forever Yours

Das Cover-Artwork von „Between Me And The Machine“

Was kann das Debütablum überhaupt?

„Beautiful Hell“ ist der Opener des Albums und eine der vielen vorveröffentlichten Singles der Franzosen. Mit einem musikalischen Kickdown legt die Band einen überwältigenden Start hin, wie in einem Formel1-Rennen von Null auf Hundert binnen der ersten Sekunde. Gepaart mit modernen und elektrisierenden Synths legt die Band bereits im Opening-Riff alles in Schutt und Asche, welcher ziemlich genial gelöst in die dynamische Verse mündet. Absolutes Highlight neben den intelligent geschriebenen Spannungsaufbauten sind defintiv die catchy Refrains des Song. So kann man in ein Album einsteigen!

In ähnlich harter Manier scheppern  „Seasick Sailor“ und „Emerald Skies“ mit zügigem Tempo und mit technischer Raffinesse. Djentige Riffs, krachende Drums und brutale Screams dürfen nicht fehlen. Der Breakdown und die Verses sind ein alles in sich verschlingendes Höllenfeuer, während die Refrains wie ein wärmendes Lagerfeuer mit seinen Liebsten daherkommen.

Auch „Cycles“ steht dem Opener in nichts nach. Diesem Song gelingt der Spagat aus der musikalischen Leichtfüßigkeit und dem wütenden Feuer, dass nurnoch die verbrannte Erde übrig lässt. Das erfgreifende Finale zum Songeende wird verstärkt durch die Drum-and-Bass-artige Bridge und die Spannung im Build-Up.

„D.G.G.R.S“ dreht ebenso mit stampfenden und treibenden Rhythmen richtig auf. Jeder Riff und jeder Schlag auf den Drums fühlt sich an, wie ein Seitenhieb im Boxkampf. Nach dem K.O. folgen das überrangende Songeende und Refrains mit epischen Clean-Vocals. Und schon wieder schafft es die Band uns im letzten Drittel in den Bann zu ziehen und zu verzaubern.

Ruhigere Klänge werden von „Fifteen Roses“ und „With Love“ angestimmt. Ersterer ist harmonisch und die zarte Stimme des Frontmanns klingt sehr wohltuend, wie ein seichter und sehnsüchtig erwarteter Sommerregen. Eine wunderschöne und ausgewogene Ballade. Leidenschaftliche Screams runden das Stück ab. „With Love“ gestaltet sich sehr experimentell, modern und gleicht einem Science-Fiction-Soundtrack. Wellenartige und hallende Melodien, ergänzt mit schwingenden Bässen, die sich wie ein Teppich im Kopf ausbreiten. Dieser Song kommt gänzlich ohne Gitarren aus.

„Forever Yours“ und „Sing Me To Sleep“ sind musikalisch gesehen vermutlich die verspieltesten Stücke des Albums. „Forever Yours“ enthält jazzige Klaviertöne, ausgefallene Riffs und kreativ platzierte Synthesizer-Sounds. Der Song bringt eine Vertrautheit und gleichzeitig auch eine Neuartigkeit mit sich wie man sie selten hört. „Sing Me To Sleep“ überzeugt mit seiner Komposition und nicht wie andere Songs mit der überwätigenden Härte. Es ist vielmehr die nahezu perfekte Instrumentation und Songstruktur. Dazu kommen die vielen liebevollen Details, die den Song schmücken. So muss sich wohl Liebeserklärung anfühlen! Die Gesamtsynthese beider Songs ist künstlerisch sehr überzeugend und vielseitig. Jedes Bandmitglied steht genau auf den richtigen Spot und man würde direkt etwas vermissen, wenn sie etwas wegließen.

Absolute Highlights der Platte sind „Between Me And The Machine“ und „Surrender“!

„Between Me And The Machine“ ist klarer Favorit und ein über 8-minütiger Kracher. Der Song erinnert an „Architects – Memento Mori“: Langsam beginnend, erschreckende Double-Bass der Drums, begeisternde Bridges und ein wahnsinniges Energiepotential. Der Song fühlt sich an wie eine unerwartete Reise auf dem offenen weiten Meer. Ehe man nach einem tosenden Sturm auf einer einsamen Insel sprachlos gestrandet und zurück gelassen wird – eine musiklische Karthasis.

Fazit

Resolve sind einer dieser von Talent gepriesenen Bands auf die sich jede Hörerin und jeder Hörer genreunabhängig verständigen kann. Wenn ein einfaches Album in erlebte menschliche Erfahrungen verschmilzt, dann steht außer Frage, dass die darauf befindliche Musik einen unvergesslichen Moment geschaffen hat. Das Album bietet uns mit seinem Facettenreichtum und seiner Kreativität einen abwechslungsreichen Hörgenuss. Kaum zu glauben, dass es sich hierbei um ein Debütalbum handelt. Neben den bereits bekannten Singles hauen uns die restlichen Stücke des Album mit einer überwältigenden Energie um.

Autor: Yannick