Vor einigen Wochen erreichte uns die erfreuliche Meldung, dass die Bands um Misery Signals und Darkest Hour einen gemeinsamen Livestream veranstalten werden. Hierzu luden beide Bands heute Morgen in der Früh (um 3 Uhr zu deutscher Zeit) ein und wir hatten die Möglichkeit das Event näher zu betrachten. Natürlich haben wir uns das Event erst heute Mittag angeschaut. Denn auch das Event kann noch bis zu 48 Stunden danach geschaut werden. Möglich ist das Ganze bis Dienstagmittag um 12 Uhr.

Beginnen wollen wir mit dem Livestream zu Misery Signals. Die Band wurde 2002 in Milwaukee, Wisconsin gegründet und spielt wohl einen der klassischten Metalcore im Genre. Bekannt geworden sind die Jungs um Vocalist Jesse Zaraska unter anderem durch ihre melodischen Riffs und progressiven Elemente. In diesem Jahr wurde bekannt, dass man wieder gemeinsame Sache mit Jesse macht. Des Weiteren erfolgte die Veröffentlichung des neuen Longplayers „Ultraviolet„, mit dem die Band eigentlich in diesem Jahr wieder auf Tour gehen wollte. Da dies nun aufgrund von Corona nicht möglich war, ist dieses Livestream-Event natürlich optimal dafür geeignet, einige neue Songs zu präsentieren.

Wie die Jungs mit einem kleinen Teaser bereits gezeigt hatte, wie der Stream aufgegbaut ist, legen wir mal los mit der Review. Man könnte sozusagen meinen, dass sie uns in ihren eigenen kleinen Metalcore-Darkroom eingeladen haben.

Wir befinden uns somit in einem schwarzen Raum und die Jungs scheinen vermutlich in einem größeren Kreis miteinander Musik zu machen. Denn jedes Mitglied der Band erscheint in einem eigenen Spotlight. Auf jeden Fall eine coole Aktion! In dieser Form haben wir bisher keinen Stream beobachten können. Zudem sind immer wieder kleine Animationen mit eingespielt, die das Ganze dann von den Licht-Verhältnissen um einiges auflockern. Der Sound ist astrein und man könnte glatt meinen, dass die Stimme von Jesse sich wohl kaum schlechter anhört als auf der Platte. Auch die anderen Instrumente sind sehr gut eingestellt.

Das Set besteht aus 11 Tracks und ist ein großer Blumenstrauß der bisherigen Diskografie von Misery Signals. Wer dachte, dass die Band nur Songs, die auch mit Jesse aufgenommen worden sind, spielen werden, der hat sich getäuscht. Gerade die Tracks, die eigentlich mit Ex-Vocalist Karl Schubach aufgenommen worden sind, sind kleine Schmankerl in der Tracklist.

Aufgefallen sind unter anderem das obergeniale Gitarren-Solo im Song „River King“ oder der Song „Luminary„, der unserer Meinung aus vielen Breakdowns besteht. Ein absoluter Anspieltipp auch nach dem Livestream. Am interessantesten aus unserer Sicht waren aber die neuen Tracks aus „Ultraviolet„. Nicht nur weil sie neu, sondern auch mit Clean-Gesang durch Jesse bespickt sind. In „The Tempest“ kommt der Klargesang am besten durch und auch dieser weiß zu gefallen.

Emotional wurde es dann vor der letzten Nummer des „Morgens“. Vor dem Song „The Year Summer Ended in June“ wurden bewegte Bilder der verstorbenen Mitgliedern Jordan Wodehouse und Daniel Langlois gezeigt. Wer die Band nicht kennt: die beiden Mitglieder kamen in 2003 aufgrund eines Verkehrsunfalls, durch einen betrunkenen Autofahrer, um.

Das Fazit fällt sehr gut aus. Die Produktion ist top, die Band zeigt in ca. 45 Minuten Spielzeit alles was sie drauf hat und am Ende wird unser Beitrag auch noch für einen guten Zweck eingesetzt. Denn das eingenommene Geld durch den Ticketverkauft geht zu Gunsten von ausgewählten Clubs, in denen die Bands aufgetreten wären. Hierfür gehen beide Daumen nach oben!

Setlist (in Klammern das Album, von dem der Song stammt):

  1. Sunlifter (Ultraviolet)
  2. River King (Ultraviolet)
  3. Luminary (Absent Light)
  4. Set in Motion (Controller)
  5. Old Ghosts (Ultraviolet)
  6. Worlds and Dreams (Of Malice and The Magnum Heart)
  7. The Tempest (Ultraviolet)
  8. A Certain Death (Controller)
  9. Cascade Locks (Ultraviolet)
  10. The Failsafe (Mirrors)
  11. The Year Summer Ended in June (Of Malice and The Magnum Heart)

Autor: Seb

Hört hier auf Aufnahmen zum Song „The Tempest“: