Siamese veröffentlichen mit „Home“ ihren nun sechsten Longplayer. Mit diesem Album bewegen sich die Dänen in einem musikalischen Spannungsfeld zwischen modernen Metalcore und klassichem Post-Hardcore.

Verantwortlich für das Songwriting der Platte waren Frontsäger Mirza Radonjica und der Gitarrist Andreas Krüger. Überraschende Gäste sind auf gleich zwei Songs zu hören: Den ersten Gastaufritt übernimmt Drew York, Frontmann von Stray From The Path, gefolgt von Rory Roriguez von der Band Dayseeker.

Aber wie klingt Siamese auf ihrem neusten Werk?

Den Anfang macht „Heights Above„, welcher mit einem epischen Intro und einem energetischem Knall glänzt. In den Verses empfangen uns stakkato ähnliche Sing-Screams des Frontmanns, durchbrochen von Gangshouts der restlichen Bandmitglieder, welche nun jeden Skeptiker umhauen. Die Message „What are we fighting for“ wird einem buchstäblich in die Ohren gedrückt und bildet einen hervoragendes Singalong für kommende Live-Auftritte und Shows. Ein fulminanter Start gespickt mit trickreichem Riffing!

Home“ hält ein gelungenes Feature mit Drew York (Stray From The Path) bereit und kommt sehr punkig mit aggressiven Synthesizern daher. Die elektronischen Arrangements des Songs kommen denen von Darko US‘ „Insects“ sehr nah. Die Kombination dieser modernen Klänge, gemischt mit den Clean-Vocals im Refrain und dem charasmatischen Gesangs von Drew ist einzigartig. Der Song hält sehr viel bereit für eine Tracht Prügel im Moshpit.

Der nächste Track ist kein unbekannter. „Holy“ ist eine der vorab veröffentlichten Single-Auskopplungen der Dänen. Zu Beginn erinnert der Song im Intro an die neueren Stück von Bad Omens, ehe ein zügiges Tempo und technische Riffs den Klang dominieren. Auch hier funktionieren die elektronischen Elemente und der Klargesang im Chorus.

Honest“ bietet dem Hörer ein Kontrastprogramm und eine kleine Verschnaufpause. Dieser Song ist als eine herrliche Ballade umgesetzt mit harmonischen Cello-Kängen im Vordergrund und beruhigenden Arrangements im Hintergrund. Die einsetztenden Drums und der Gesang werden mit der Hilfe einer Violine in einen Einklang gebracht.

Gefolgt von „Can’t Force The Love“ erwartet uns ein gewohnter Track im Stile progressiven Metalcores mit einem poppigen Touch. Catchy Lyrics und musikalische Einflüsse, wie man sie eigentlich im Symphonic Metal gewohnt ist, bereichern den Song ungemein.

Erase My Mind“ ist eine herausragende Mischung aus modernem Metalcore und einer Brise Pop-Punk. Die Sing-Screams des Frontmanns transportieren gefühlvoll die ernsten und nachdenklichen Songzeilen. Insgesamt will die Stimmung und die Vorfreude auf den nächsten Track nicht abreißen – ein gutes Zeichen für ein gelungenes Album!

Enough Ain’t Enough“ beinhaltet den zweiten Gastaufritt zusammen mit Rory Rordriguez (Dayseeker). Der Sound dieses Tracks erinnert unheimlich an die Amo-Ära von Bring Me The Horizon. Rockiger Sound, wohlplazierte Drums und einem schwungvollen 4-to-the-Floor-Beat. Eine geniale Bridge mündet in einen esperimentell gestalteten Breakdown. Grundsätzlich der wolhl radiotauglichste Song der Platte.

Numb“ bietet dem Hörer die musikalische Blaupause und das Geheimrezept eines typischen Songs von Siamese: Ein erwartungsvolles Intro, spannender Aufbau im ersten Drittel, ein abholender Clean-Chorus, moderner Synthesizer-Sound und harte Riffs, die den Release in einen brachialen Breakdown vorbereiten.

Rather Be Lonely“ schließt sich seinem Vorgänger nahtlos an und nimmt schnell fahrt auf.

Past The End“ erinnert sehr an den neusten Output von Architects‘ „For Those To Wish To Exists“. Ein sehr ehrbarer Vergleich für jede Band des Genres.

Tracklist:

01. Heights Above   
02. Home (feat. Drew York)
03. Holy
04. Honest
05. Can’t Force The Love
06. Erase My Mind
07. Enough Ain’t Enough (feat. Rory Rodriguez)
08. Numb
09. Rather Be Lonely
10. Past The End
11. Joga
12. Sloboda