Am Freitag, den 16.04. ist Releaseday für While She Sleeps, die mit ihrem fünften Album „SLEEPS SOCIETY“, einen neuen Weg des Musikbusiness einschlagen wollen.

Die aktuellen Umstände der Coronapandemie haben uns allen gezeigt, dass gerade die Veranstaltungsbranche ein hartes Pflaster ist, welches von der Regierung kaum unterstützt wird. Besonders die Künstler der Musikindustrie hat es durch Tourabsagen hart getroffen, jedoch haben viele Bands ihren Eifer nicht verloren uns weiter mit gutem Stoff zu versorgen, mitunter auch WSS.

Das neue Album „SLEEPS SOCIETY“ legt das Hauptaugenmerk auf die Verbindung zur Fanbase, zur WSS-Community, die von der Band liebevoll „Sleeps Society“ getauft wurde. Umso schöner finden wir es, dass der gleichnamige Titel des Albums verspricht ein Longplayer für die Fans zu sein.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht in die neuen 11 Tracks reinzuhören und unsere Eindrücke mit euch zu teilen – viel Spaß bei unserer Review!

Der erste Track „ENLIGHTMENT“ beginnt mit einer Radioübertragung als Intro und hat zu Beginn einen sehr melodisch klingenden Anfang. Kurz darauf folgt auch schon das typische WSS-Riff und wir merken, worauf wir uns bei diesem Album einlassen. Der Song hat eine ausgewogene Mischung aus Cleangesang und Screamparts und besitzt einen eingängigen Refrain, der sofort im Ohr bleibt. Zum letzten Drittel hin, nimmt der Song an Tempo auf und es kommen tiefere und härtere Gitarrentabs dazu, welche auf ein grandioses Gitarrensolo hinarbeiten. Die Lyrics „It’s okay to not be okay“ empfinde ich als Einstieg passend und denke, dass somit die Stimmung des Albums treffend eingeläutet wird.

Der zweiten Titel „YOU ARE ALL YOU NEED“ wurde schon vorab veröffentlicht, wirkt aber als Wechsel zum zweiten Song etwas abrupt. Zu Beginn fällt vor allem das schnelle Tempo auf, welches sich durch den ganzen Track zieht. Besonders die schnellen Drums laden dazu ein einen Circle Pit zu eröffnen, weshalb ich denke, dass „YOU ARE ALL YOU NEED“ ganz bestimmt auf einer Show gespielt wird, sobald das wieder möglich ist. Dieses Mal leiten Synthesizer den Cleanpart in der Mitte des Songs ein und auch hier kommen wir erneut in den Genuss eines kurzen Gitarrensolos.

„SYSTEMATIC“ wird von Electrobeats eingeläutet und das aussagekräftige „Breath“ leiten die markanten Screams von Sänger Lawrence „Loz“ Taylor ein.

Als Nächstes treffen wir auf den ersten Feature-Gast, Simon Neil von Biffy Clyro. „NERVOUS“ konnten wir alle auch schon vorab hören und etwas mehr in die Thematik des Albums eintauchen. Als Intro bekommen wir dieses Mal Klaviernoten geboten, welche eine zunächst ruhigere Stimmung suggerieren. Doch trotz der melodischen Tastentöne darf der typische WSS-Screampart nicht fehlen. Mir ist vor Allem die Zeile „So we are never alone“ im Ohr geblieben, welche hervorragend zu dem Gastauftritt von Simon Neil passt. Am Ende wechseln sich die beiden Sänger ab und man hat das Gefühl als würden sie sich gegenüberstehen und dem anderen zu singen, ich denke hier wird vermittelt, dass es letztendlich um Zusammenhalt durch schwere Zeiten geht.

Mit dem fünften Titel „PYAI“ sind wir bei dem ersten Zwischenspiel gelandet. Wir hören nur Melodie ohne Gesang und bekommen eine kurze Verschnaufpause nach den vier ersten starken Songs.

Weiter geht es mit „KNOW YOUR WORTH (SOMEBODY)“, wo zunächst die treibenden Drums auffallen. Im Mittelteil des Songs steht der Cleangesang im Vordergrund, der leise musikalisch begleitet wird. „I don’t need you to tell me how to live“ leitet ein starkes Riff ein, bei welchem man definitiv nicht stillstehen kann. Dieser Titel besitzt eine besonders gute Mischung aus ruhigem Cleangesang und Screams, die sich in Kombination sehr melodisch anhören. Der Track soll stark machen und diese Message wird definitiv transportiert. Für mich gehört „KNOW YOUR WORTH“ zu meinen Lieblingstracks und ich kann mir gut vorstellen, dass die Fans hier mitsingen werden.

Mit „NO DEFEAT FOR THE BRAVE“ kommt auch der nächste Feature-Gast ins Spiel. Leider muss ich sagen, dass meinem Empfinden nach Deryck Whibley von SUM41 ein wenig untergeht. Der Song hat die von WSS gewohnte Härte, wirkt aber leider ein wenig eintönig. Das melodische Gitarrensolo reißt das Steuer zum Glück nochmal rum und ist (meiner Meinung nach) das beste Solo auf dem gesamten Album.

Es folgt eine weitere Verschnaufpause mit „DIVISION STREET“. Als musikalische Untermalung wird hier nur das Klavier eingesetzt und der mehrstimmige Gesang wirkt wie ein Chor. Durch das Volumen des Titels, bekommt man ein wenig das Gefühl, als würde man in einer Kirche sitzen, was thematisch dazu passt, dass der Sänger um verschiedene Dinge bittet.

Wir sind beim Titelsong gelandet. „SLEEPS SOCIETY“ bedient sich erneut an Electrobeats als Intro und hat sogar einen Sprechgesangs-Part auf Lager. Die genutzten Beats erinnern ein wenig an 90er Elektrosongs. Es werden viele verschiedene musikalische Elemente in diesen Track vereint, welche etwas zu wild und chaotisch wirken.

„CALL OF THE VOID“ ist der letzte „richtige“ Song, welcher mit einem ruhigen Einstieg startet. Wir bekommen zum Abschluss einen starken Song, der WSS, wie wir sie kennen und lieben mit ihren neuen Ideen verbindet. Ich denke diese Kombination ist den Jungs aus Sheffield hier gut gelungen.

Das letzte (ich nenne es bewusst so) Stück „DN3 3HT“ ist eine Funkübertragung, welche mit einem Klavierspiel unterlegt ist. Die Band erklärt hier ihre Absichten, dass sie sich von der klassischen Musikindustrie nicht abhängig machen wollen, besonders in der aktuellen Zeit. Die Band äußert sich dazu unter anderem so:

„Our goal is to create a sustainable model for artists & creatives, to break from the traditional industry mold by building and developing a true interdependence between the band & fans.
With the future of live performances uncertain, the Sleeps Society will enable a secure existence for WSS and gives us the opportunity to stay connected with our fanbase, developing new ways to provide for our supporters and fill the void left without live musicIn these uncertain times, this is the difference between life & death for the future of WSSWe aren’t prepared to be another band forced to give up simply be­cause the system isnt designed to support the artist.“
Ich denke wir bekommen hier eher ein Nachspiel oder einen Epilog zu hören, welcher vielleicht etwas besser als Zusatztrack hätte betitelt werden sollen. Dennoch bekommen wir hier abschließend einen Eindruck von dem was die Band mit diesem Album und in Zukunft anstrebt.
Wenn ihr euch der Sleeps Society anschließen möchtet, einfach hier klicken.

Abschließend können wir sagen, dass While She Sleeps ihrem Sound treu bleiben, sich jedoch auch getraut haben ein paar neue Sachen auszuprobieren. Das Album hat thematisch einen roten Faden, der jedoch von der Reihenfolge der Songs etwas besser hätte aufgeteilt werden können. Die Band thematisiert wie gewohnt gesellschaftskritisch unsere Generation und liegt mit den Lyrics oft genau richtig. Es ist ein gelungenes Album mit Hilfe der Fans für die Fans.

Für uns ist die Kombination von „never change a running system“ und neuen Einflüssen gut gelungen und wir freuen uns auf die Zukunft der Band. Für die „SLEEPS SOCIETY“ gibt es von uns 7 von 10 Punkten.

Autor: Alex
Fotocredit: Giles Smith