We’ve literally been working toward this day for years. Voyeurist is out now. Turn it up.“ So ließ die Band ihres großen Albumrelease auf ihren Socials vermelden. Es ist bis dato einer der einzigen OTöne von Underoath zur neuen Platte „Voyeurist“. Was „Voyeurist“ zu bieten hat, haben wir uns natürlich angehört:

Erster Song der Platte ist „Damn Excuses“ ist für den fachkundigen Höher kein unbekannter Track. Vorab ist dieser Song vielleicht der härteste auf der Platte. Mit diesem Song gelingt der Band ein fulminanter Start. Tiefgestimmte Gitarren und Bässe, sowie krachende Drums fliegen uns um die Ohren. Die tiefen Shouts machen den Track komplett.

Hallelujah“ ist eine weitere Single-Auskopplung des vergangenen Jahres und beschert wahrscheinlich dem ein oder anderen ein saftigen Ohrwurm. Die Gesamtkomposition ist von Beginn an brillant und erinnert an Bands Bring Me The Horizon in ihrer „That’s The Spirit“-Ära. Die Mischung aus den leichten Chorgesängen und dem fetten Core-Sound legt die Messlatte für das restliche Album sehr hoch.

I’m Pretty Sure I’m Out Of Luck And Have No Friends“ wirkt anfangs wie ein Standard-Instrumental oder einem Interlude, doch der Song schafft es, dass man nach den furiosen Titeln in ein weiches Bett fällt. Hintenraus wird der Song mit dem überlangen Titel ziemlich intensiv. So kann es gerne weitergehen!

Das einzige Feature auf der Platte hält „Cycle“ bereit. Den Gastauftritt übernimmt niemand geringeres als Ghostemane himself mit einem kurzen Part in der zweiten Hälfte. Eine verblüffende Ähnlichkeit mit den frühen Werken von The Plot In You ist hier hörbar.

Thorn“ ist ein bewegender und wahnsinnig emotionaler Song, das zeichnet sich vor allem im Gesang des Frontsängers ab. Die Verses sind ruhig und harmonisch. Den Kontrast bildet ein gewaltiger und rockiger Chorus. Im letzten Drittel begegnet einem eine geniale Bridge , welche die Stimmung des Track auffängt und kanalisiert, ehe der Song schließlich ausfaded.

Hinter „(No Oasis)“ vermutet man zunächst eine 0815-Ballade, doch es wirkt eher wie ein düsteres Kammerspiel, welches sich aus den verschiedenartigsten Klängen zusammensetzt. Die Tonalität des Songs erinnert an die Unplugged-Versionen von Bad Omens, natürlich mit eigenen individuellen Interpretationen.

Take A Breath“ kommt im Vergleich zu seinem Vorgänger sehr gewaltig daher, dabei ist der Gesang eher auf einen Rocksong angelegt, lediglich die tiefen Shouts schaffen die Abgrenzung zum modernen Rock. Hier und da sticht ein Synthesizer-Sound hervor und sorgt für die nötige Spannung. In den Vordergrund spielt sich der Gitarrist mit einer kurzen Solo-Einlage.

We’re All Gonna Die“ klingt im ersten Moment sehr hektisch und beginnt schnell. Die Verschnaufpause zum vorherigen Track ist daher nur sehr kurz, bis der brachiale Refrain den Hörer komplett überrollt. Der Song hat es wirklich in sich und glänzt mit einem großen Build-Up und einem noch größeren Finale zum Songende.

Numb“ ist die nächste vorveröffentliche Single der Band. Der rasante Beginn schließt sich seinem Vorgänger nahtlos an. Der catchy und poppige Chorus, welcher der harten und modern interpretierten Verses in nichts nachsteht, überzeugt mit den Clean-Vocals des Frontmanns. Vor allem Live wird dieses Stück richtig einheizen.

Den Abschluss setzt „Pneumonia“ mit seinen über sieben Minuten Länge. Insgesamt klingt dieses Stück sehr atmosphärisch und nachdenklich. Die hallenden Effekte auf der Stimme, die ruhigen Drums und das Klavier erinnern stark an die Klangwelten von Deftones. Auch die Gitarren fügen sich diesem Bild, vor allem im letzten Drittel des Songs. Zum Schluss wartet noch ein wirklich hartes Ausrufezeichen, das jeden Hörer nicht nur einschüchtert, sondern ganz und gar umhaut. Ein würdiges Ende für ein ausgesprochen abwechslungsreiches Album.

Insgesamt schließt sich die Platte dem aktuellen Zeitgeist des modernen Metalcores an. Der Ideenreichtum, die Kreativität und der progressive Sound machen es einem denkbar einfach über dieses Album zu schwärmen. Leider sind es dann doch nur zehn Titel geworden. Ein oder zwei Songs zusätzlich hätten natürlich auf Album gepasst, so lässt die Band den Hörer hungrig und wartend auf mehr zurück. Underoath schaffen es musikalisch auf ganzer Linie zu überzeugen!

Autor: Yannick

Tracklist:

1. Damn Excuses
2. Hallelujah
3. I’m Pretty Sure I’m Out Of Luck And Have No Friends
4. Cycle [Feat. Ghostemane]
5. Thorn
6. (No Oasis)
7. Take A Breath
8. We’re All Gonna Die
9. Numb
10. Pneumonia

Line-Up:

Spencer Chamberlain – Lead-Vocals
Timothy McTague – Lead-Gitarre
James Smith – Rhythmus-Gitarre
Grant Brandell – Bass
Christopher Dudley – Keyboard
Aaron Gillespie – Schlagzeug, Gesang