Als die Metalcore-Schwergewichte von The Devil Wears Prada vor ca. 6 Wochen auf ihren sozialen Kanälen einen Teaser mit der Überschrift „UPSET THE SICKNESS“ hochgeladen hatten, kannte die Freude ihrer Fans keine Grenzen mehr, obwohl damals noch nicht zu 100% feststand, was uns da überhaupt erwarten wird. Dass am Ende eine neue EP mit dem Namen „ZII“ daraus raus springt, ist einfach nur großartig. Und warum? Richtig, weil die damalige „Zombie„-EP aus 2010 eines der Aushängeschilder im Metalcore wurde.

Zwar ist jede neue Platte von TDWP ein Grund zum Feiern, doch aufgrund des Nachfolgers zur damaligen „Zombie„-EP heißt es jetzt einfach nur: bitte, ja, so schnell wie möglich! Die Band selbst kommentierte den Release der neuen EP wie folgt:

There’s no question that the Zombie EP is a fan favourite and a record that really set the pace for us as a heavier band.  A goal we had for this EP was to pay tribute to Z1 while honing in on the characteristics that we enjoy about heavy music today and the directions we want to see it heading.

Außerdem möchten wir euch vor dem Review noch kurz darauf hinweisen, dass das Sechstett die neue EP auch als „das nächste Kapitel“ der Band bezeichnet hat. Vorweg: wenn alle weiteren Kapitel der Jungs aus Dayton, Ohio nur ansatzweise so hart werden wird wie die neue EP, dann wird nicht nur unser Herz mehrere Sprünge machen! Falls ihr euch noch kein Bild machen könnt, von dem was wir hier meinen könnten, so denkt einfach an massive Metalcore-Hooks, wilde Breakdowns, headbangende Grooves und Refrains, die euch mit dem Kopf voran in den nächsten Circle Pit stürzen lassen.

Bevor es los geht noch ein paar Facts zum Release sowie Artwork und Tracklist.

Spielzeit: 20:38 Minuten

Release-Date: 21. Mai 2021

Label: Solid State Records

ZII Tracklist:

  1. Nightfall
  2. Forlorn
  3. Termination
  4. Nora
  5. Contagion

Den Opener „Nightfall“ haben TDWP als letzte offizielle Single-Auskopplung auf uns losgelassen. All die eben angesprochenen Punkte konnte dieser Track bereits erfüllen. Doch nicht nur das: denn der Opener wirkt mit einem hohen Grad an Brutalität und das obwohl der Track nicht direkt von Sekunde 1 in Fahrt kommt. Die beiden Gitarristen Jeremy DePoyster und Kyle Sipress passen sich mühelos an die Growls von Sänger Mike Hranica an, während die subtilen Synthesizerschichten von Jonathon Gering (Keyboard), die in den Mix eingearbeitet wurden, dem Sound eine bedrohlich dunkle Seite verleihen.

Das Thema der neuen EP, die Hoffnungslosigkeit im Kampf einer Apokalypse, stellt die Band mit den Worten von Mike in der Mitte von „Nightfall“ in den Vordergrund („can you make it to dawn?“).  Eine durchaus brutale Frage inmitten eines brutalen ersten Tracks der EP.

Doch wie geht es nun weiter, nachdem es so brutal und gefährlich auf dem ersten Song zu Gange ging. Auf dem Nachfolger „Forlon“ geht es weiter mit den brüllenden Vocals von Mike. Des Weiteren nutzen die Jungs hier auch wieder schlagfertige Riffs und knackige Schlagzeug-Beatdowns. Allerdings finden wir auf diesem Song auch klassische TDWP-Melodien und Klargesang von Jeremy. Obwohl, wenn wir ehrlich sind, sind die Anteile des Clean-Gesangs nicht wirklich hoch. „Forlon“ wird einigen Fans im Ohr bleiben, da es mit dem Industral-Stil des Schlagzeugs und den immer wieder angedeuteten Horror-Alyren Lust auf mehr macht.

Es folgt „Termination„, die erste Single-Auskopplung zur neuen EP. Bereits dieser Track ließ jedes TDWP-Fan-Herz höher schlagen. Im Vergleich zum letzten Longplayer „The Act“ (2019) ließen es Mike und Co. bereits wieder richtig krachen. Nicht nur die im Mark erschütternden Vocals von Mike spielen hierbei eine Rolle, sondern auch die eindringlichen Synthies. Beim wiederholten Hören dürften euch immer wieder neue Kleinigkeiten auffallen, die die Band in den Tracks versteckt hat.

Als nächstes erwartet uns der Track „Nora„. Hierbei können wir uns vorstellen, dass es dazu noch ein Musikvideo geben könnte. Denn in den Teaser haben wir eine alleinstehende Frau gesehen, die für sich selbst sorgen muss. Wir vermuten, das könnte im Zusammenhang mit diesem Song stehen. In „Nora“ erwartet uns eine besondere Darbietung der Band, die in insentiven Metalcore, großartiger Melodie und headbangenden Heavy Metal mündet. TDWP beweisen in diesem Song ihre weiterhin bestehende Variabilität im Umgang mit den Genre-Grenzen.

Im Finale von „ZII“ präsentieren uns TDWP nochmals all ihre Stärken und lassen die EP wahrlich mit einem großen Knall enden. „Contagion“ besticht durch eine grandiose Einleitung, die dann Platz macht für einen Wirbel aus Gitarren und Schlagzeug. Es wirkt mittendrin etwas chaotisch und wild, doch wiederum können wir bewundern, wie gut TDWP den Wechsel zwischen heavy und soft beherrschen. Gerade wenn nach den Ausgangsschreien von Mike mit „UPSET THE SICKNESS“ und einem krachenden Breakdown Jeremy mit dem Refrain einsetzt.

Am Ende gibt es nur eins zu tun: den Rewind-Button drücken und nochmal hören! Durch die Kombination von Melodie und Härte machen sich die Jungs unserer Meinung nach zugänglich zu einer größeren Hörerschaft und bieten zudem ihren „alten“ Fans waschechte Breakdowns aus dem Hause TDWP. Alles in allem haben TDWP uns hier einen würdigen Nachfolger der „Zombie“-EP vor die Füße gelegt, getreu dem Motto: Fressen oder gefressen werden!

Rating: 10/10

P.S.: Falls ihr es noch nicht mitbekommen haben solltet, die Jungs haben am Samstag ihren „Undeadstream“ gespielt. Dieser ist noch bis heute Nacht auf Abruf für euch verfügbar (dazu müsst ihr lediglich ein Ticket kaufen und bekommt gleichzeitg die neue EP als MP3 zum Releasteag). Wichtig: TDWP hat nicht nur ein paar Klassiker aus ihrer Historie gespielt, sondern auch alle 5 Tracks der neuen „ZII„-EP vor dem Release am kommenden Freitag! Was heißt das jetzt? Korrekt, geht auf ziiundeadstream.com und kauft euch ein Ticket und macht euch schon jetzt einen Eindruck von der Platte!

Autor: Seb