Am 03.07 erscheint, mit drei Monaten Verspätung, der neueste Longplayer „Cannibal“ von Bury Tomorrow und es ist genauso so Klasse, wenn nicht sogar besser als die bisherigen fünf Alben.  Fans erwartet ein Album voller Songs, die man auf Anhieb mitfühlt. Gefühle spielen bei diesem Album eine große Rolle. Die Jungs hatten bereits angekündigt, dass es das persönlichste Album ihrer 14-jährigen Musikkarriere ist. Vor allem biete das Album persönliche Einblicke in die schwersten Zeiten von Sänger Dani Winter-Bates.

Wie auch das Artwork des Albums darstellt verarbeitet die Band mit dieser Platte Selbstzweifel, Zwänge und Ängste, die einen scheinbar von innen auffressen. Ich höre die Band schon seit Jahren und kann definitiv sagen, dass die Band bei jedem Album ihrem Sound treu geblieben ist. Ich stelle euch meine Lieblingslieder aus dem neuen Album vor.

Genau wie auch die Tracklist fange ich mit „Choke“ an. Zu Beginn könnte man denken es ist härter mit raueren Shouts als man von den fünf Engländer gewohnt ist. Aber es ist passend zum Text. Es verkörpert die Frust der Zurückhaltung und dem ständigen Drang Emotionen in der Gesellschaf keinen freien Lauf geben zu können und daran innerlich zu zerbrechen. Gesellschaftskritik ist oft in den Songs der Jungs wieder zu erkennen.

Der Song „Cannibal“ folgt mit viel Raum zum mitsummen, auch wenn der Text eher weniger für Munterkeit steht. Genau diese Polarität der Wirkung und der eigentlichen Botschaft mit den passenden Shouts machen diesen Song zu etwas besonderen. Musik kann schon mit dem Klang, der Melodie und der Stimme großes Interesse wecken, aber mit dem Text für Gänsehaut sorgen.

Mit dem Song „Gods & Machines“ wird die Wirkung von Sozialen Medien und den ständigen Druck der perfekten Selbstdarstellung und dem Drang immer allen gefallen zu müssen. In der heutigen Gesellschaft wird verstärkt der Eindruck erweckt, dass man nur glücklich ist, wenn man ein „perfektes“ Leben auf den Sozialen Medien vorweisen kann. Die hymnischen Refrains und die technische Perfektion dieses Liedes zeichnen das Album unter anderem aus.

 Jedes Album hatte bisher immer einen Song, der etwas ruhiger war und einen guten Kontrast zu dem Rest bildet. Bei „Cannibal“ ist es „Quake“. Auch wenn es an Balladen erinnern mag machen die Shouts an der perfekten Stelle und epischen Bridge den Song zu einem weiteren Ohrenschmaus. Man fühlt sehr schnell, was für dunkele Zeiten Frontmann Dani Winter Bates durchleben mussten. Dennoch stehen die Songs wie z.B. „Quake“ für Hoffnung und der Wichtigkeit von mentaler Gesundheit.

Die technische Perfektion dieses Albums macht sich an mehreren Stellen im Album offensichtlich bemerkbar.  „Voice & Truth“ gehört zu diesen Stellen. Vor allem Gitarrist Kristan Dawson zeigt sich von seiner besten Seite und lässt sein Talent für sich sprechen. Während des Albums kann man heraus hören, wie stark die Bandmitglieder jeweils in ihrem Element sind. Das Album endet mit einem der besten Songs des Albums „Dark, Infinite“. Es ist ein Meisterwerk für alle Drum-Fans und wenn man die Augen dabei schließt, kann man sich gut vorstellen, wie man mitten in einem Circle-Pit steht und genießt einen sehr überzeugenden Song.

Fazit: Es ist ein Metalcore-Album, wie es sein muss. Ich habe nichts daran auszusetzen. Bury Tomorrow, beweisen wieder mal,dass sie nie eine Enttäuschung sind. Es sind elf erstklassige Songs, die ein bestimmtes  und mutiges Konzept mit einheitlichem Inhalt verfolgen. Für mich gehört das Album jetzt schon zu den Favoriten des Jahres, darum gibt es von mir 10 von 10 Punkten.

Tracklist:

  1. Choke
  2. Cannibal
  3. The Grey (VIXI)
  4. Imposter
  5. Better Below
  6. The Agonist
  7. Quake
  8. Gods & Machines
  9. Voice & Truth
  10. Cold Sleep
  11. Dark Infinite

Autorin: Evindar