Rivers Of Nihil sind seit ihrem letzten Release „Where Owls Know My Name“ fest in meinem Band-Repertoire etabliert.
Der Longplayer überzeugte mich damals auf ganzer Linie und ich freue mich, heute über das aktuelle Werk „The Work“ ein paar Worte verlieren zu dürfen.

Tracklist:
01. The Tower (Theme from “The Work”)
02. Dreaming Black Clockwork
03. Wait
04. Focus
05. Clean
06. The Void From Which No Sound Escapes
07. MORE?
08. Tower 2
09. Episode
10. Maybe One Day
11. Terrestria IV: Work

Das Intro „The Tower“ beginnt recht verhalten und entwickelt sich nach knapp 2 Minuten zu einer  kurzen brachialen Nummer um gegen Ende wieder in der Ruhe zu versinken. Der Klar-Gesang von Frontmann Jake Dieffenbach gefällt mir an dieser Stelle besonders gut. Ansonsten bietet der Track keine großen Highlights und lebt überwiegend von seiner Atmosphäre.

Weiter geht es mit der ersten richtigen Nummer „Dreaming Black Clockwork“:
Der Track geht sofort nach vorne und wird mit fetten Gitarren-Riffs und Blast- Beats eingeläutet.
Nach einer Minute setzt  der Klar-Gesang ein und die Nummer wirkt kurz sehr verträumt, nur um danach wieder komplett vom starken Drumwork übernommen zu werden. Das Schlagzeug wirkt so, als würde es teilweise einen anderen Takt zum Rest der Band spielen und so entsteht ein sehr interessanter Effekt. Das Ende bietet nur noch großes Rauschen und verzerrte Schreie.

Weiter geht es mit „Wait“:
Die Nummer geht in eine ganz andere Richtung als sein Vorgänger. Der Track ist sehr ruhig und hat leicht poppige/ balladeske Allüren.
Absolutes Highlight sind hier die Cleanvocals. Die Band zeigt sich hier von einer Seite, die ich noch nicht von ihnen kannte.
Der Track bietet mit seinem 70iger Jahre Flair eine sehr nette Abwechslung.

Nun kommen wir zur zweiten Single-Auskopplung „Focus“:
Hier bewegen sich die Jungs wieder in ihrem gewohnten Umfeld und Sänger Jake darf wieder seine fetten Shouts rausholen.
Der Track behandelt die im Kindesalter diagnostizierte ADHS Erkrankung des Sängers  und die dadurch entstandene Affinität zu Drogen.
Er selbst beschreibt den Song wie folgt:
„That was not uncommon for the time. Maybe it was for the best, maybe not. But it did kick off a relationship with drugs that has been pretty interesting. I’ve gone through long periods of sobriety, and I’ve been on the complete other end of that. What I find is that drugs are largely disappointing. The expectation is that they can relieve your mind, or change your thinking. But for me, it always just feels like a slight shift in focus.“

Mit „Clean“ geht es nun mit Single-Auskopplung Nr.1 weiter:
Der Track startet langsam, aber brachial und wird mit Dieffenbach´s Shouts überwiegend getragen. Nach ca. 2 Minuten bricht der Song komplett aus und geht danach in eine überwiegend reine instrumentale Richtung. Was man hier einfach hört ist, dass die Jungs ihre Instrumente  komplett beherrschen.  Gegen Ende setzen wieder die Shouts ein und es darf noch einmal ordentlich auf den Putz gehauen werden.

The Void from Which No Sound Escapes“:
Die Nummer startet wieder rein mit Instrumenten und backing Vocals.
Ab 1:40 geht es endlich richtig los und der Song nimmt Fahrt auf. Leider ist dies nicht von langer Dauer und wir befinden uns gefühlt wieder am Anfang des Songs. Die Vocals von Jake bleiben auf einem Level und ich glaube Andy Thomas von Black Crown Initiate im Hintergrund  hören zu können. Gegen Ende bekommen wir endlich wieder das Saxophon zu hören. Dieses war beim Vorgängeralbum eines meiner absoluten Highlights. Coole Nummer, die stellenweise leider etwas den „Fokus“ für mich verliert.

Weiter geht es mit „More“:
Blast-Beats und schnelle Shouts eröffnen diese Nummer und der Track behält sein schnelles, brachiales Tempo bei.
Die Nummer bewegt sich eher im klassischen Death Metal und bringt nicht viele Überraschungen oder Abwechslung mit sich. An sich ein guter Track, aber das können Rivers of Nihil definitiv besser.

Tower 2“:
Die Nummer nimmt die Stimmung aus Track Nr.1 auf und wirkt wie ein weiteres Intro das bereits nach knapp 2 Minuten vorbei ist.
Viel zu sagen gibt es hier tatsächlich nicht.

Episode“:
Die Nummer startet mit leisem Sprechgesang und ruhigen Gitarrentönen. Nach 1:30 darf der Track kurz ausbrechen und switcht danach wieder in den Sprechgesang zurück. Ein kurzes Midpart Gitarren-Solo kann definitiv als Highlight benannt werden. Ab der Hälfte des Tracks geht es mit Blast-Beats und fetten Riffs weiter. Das ganze versucht eine epische Stimmung aufzubauen und hat mich tatsächlich sehr überzeugt. Das geniale bei dieser Band ist einfach, dass sie blitzschnell die Musikrichtung innerhalb von Songs ändern können und es trotzdem immer wieder schaffen, einen zu überzeugen. Der Track endet mit verzerrten Gitarren und einem kurzen Saxophonpart.

Maybe On Day“:
Ok was geht denn hier bitte? Eine Akustik-Gitarre und klarer Gesang?
Der Song hat wieder einen poppigen/ balladesken Touch und überrascht mich total.
Würde ich nicht wissen, dass es Rivers Of Nihil ist, hätte ich es glaube ich nicht erkannt.
Der Track bleibt komplett ruhig und lebt von seiner 70er Jahre Stimmung. Absolut starkes Ding!

Terrestria IV: Work“:
Das Album endet, wie bereits seine drei Vorgänger, mit der „Terrestria“ Reihe. Ganze 11:30 Minuten geht die Nummer und hier werden so oft die Stile gewechselt, dass ich es gar nicht mitzählen kann. So richtig los geht es erst ab der dritten Minute, aber dann nimmt die Nummer endlich richtig Tempo auf. So soft der Vorgänger war, umso härter ist diese Nummer. Hier muss wieder das durchgehend starke Drumwork gelobt werden. Auch die variablen Shoutparts sorgen für eine ordentliche Abwechslung. Hier passiert einfach so viel, dass es schwer ist, alles gerecht zu beschreiben. Ein Track der definitiv gehört werden muss.

Fazit:

Leider können die Jungs das Level des Vorgängers nicht ganz halten und verlieren sich für mich teilweise in ihrem neuen Werk.
Jedoch befinden wir uns hier auf einem extrem hohen Niveau und deswegen werden Fans der Band trotzdem sehr viel Spaß mit „The Work“ haben.
Die musikalische Vielfalt wird mehrfach herausgestellt und man merkt, dass hier Profis am Werk sind.
Leute die die Band nicht kennen, sollten definitiv ein Ohr riskieren. Ich empfehle aber das Album komplett zu hören.
Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass der neue Longplayer den Jungs die eine oder andere Tür öffnen wird.

8/10